|
So spannend wie die 1.Liga war die 2.Liga allemal. Genau genommen ging´s sogar noch dramatischer zu, denn der Abstand von Tabellenführer Saure Sahne zu Schlusslicht Erste Sahne betrug nur 4 Punkte. Da waren keine größeren Aussetzer drin, denn einer zuviel und aus einem Aufstiegskandidaten wäre einer für die 3.Liga geworden. Da brauchte man nicht nur gute Nerven, sondern vor allem gute Tipps und die hatten hier einige auf dem Tippschein. Immerhin 6 Clubs kamen über die 400 Tipp-Punktemarke und von denen war dann am Ende keiner so erfolglos, dass es schlimmere Folgen gehabt hätte. Die saure Sahne aus Bochum die vor genau 16 Jahren in der 15.Liga angefangen hat zu tippen hat nun das Ziel ihrer Träume erreicht. Zum allerersten Mal dürfen sich die sauren Tipper mit erstklassigen Gegnern messen. Und das alles vor allem weil am letzten Spieltag praktisch alle für die neuen Erstligisten tippten. Immerhin waren sie vor dem großen Finale nur einer der zahlreichen Verfolger der Topteams. Dann aber holten sie mit 52 Punkten nicht nur den Tagesbestwert, sondern auch gleich 2 Punkte gegen die Bremervörder Bückstücke, die sich selbst noch kleine Aufstiegschancen ausrechneten. Die Bochumer hatten ihren Teil als erfüllt, jetzt hieß es hoffen, dass die anderen wenigstens teilweise Federn lassen. Den Gefallen tat ihnen dann auch gleich Tabellenführer Torpedo Münden. Für den mehrfachen TCB-Meister wars aber kein sonderlich schmerzvoller Beinbruch, sondern einfach nur ein kleiner Ausrutscher der eine Urkunde kostete. Trotz einer 36-42 Schlappe gegen den Chaoten Bruno blieben die Burkhardts nicht nur oben mit dran, sondern setzten sich gleich hinter die Bochumer auf Platz 2. Soweit so gut, wenn da nicht der große Rest der Liga wär. Der hatte jetzt noch mehr Aufpasser. Bangen Blickes schaute das Topduo nun auf die letzten Aktionen der Haarstranglers, die mit einem ordentlichen Sieg den Durchmarsch in die 1.Liga hätten schaffen können. Den Sieg packte Reinhard Obst zwar, doch das mit dem „ordentlich“ war ein derart dehnbarer Begriff, dass sich die Haarstranglers nur auf ein hauchdünnes Exemplar einigen konnten. Das war dann leider doch zu brav um erneut große Taten feiern zu können. So fehlten dann 13 Punkte für die Auffrischung der Erstligaerfahrungen. Natürlich mit großen Chancen ging Herbstmeister Zwietracht Gepflegte in die letzte Runde und eigentlich sah es auch verdammt gut aus für sie. Immerhin mussten sie nur gegen das Schlusslicht erste Sahne antreten, also eine durchaus lösbare Aufgabe. Soweit die Theorie. In der Praxis aber gingen nicht nur in der 1.Liga alle gepflegten Träume den Bach runter. Eine schwere Entscheidung gab es für Arndt Jäger zu bewältigen, denn der konnte sich am Ende zwischen einem Aufstieg für den TC Rien ne va Plus und dem Klassenerhalt für den TC Felix Austria entscheiden. Die beiden Erstligaabsteiger wollten dann am Ende lieber in der gleichen Liga bleiben und so hatte sich Rien vergeblich auf eine Erstligarückkehr gefreut. Mit 9-9 Punkten reichte es immerhin noch zu Platz 6, während Austria sich nur Dank der besseren Tipp-Punktausbeute über Platz 7 freuen konnte. Diesmal gab´s also keine doppelten Demütigungen zu verkraften. Zwischen die beiden schob sich mit einem 42-36 Erfolg noch der Chaoten Bruno, der trotz eines schlechten Saisonstarts noch auf 9-9 Punkte kam und damit durchaus zufrieden sein konnte. Zum Pechvogel des letzten Spieltages könnten sich die Tippanys Winsen/Luhe krönen lassen, denn sie verloren nicht nur mit einem Tipp-Punkt Differenz ihr neuntes Saisonspiel, sondern damit auch wegen drei fehlender Tipp-Punkte die Zweitligazugehörigkeit. Die holten sich dagegen mit dem allerletzten Drücker die Bückstücke, die zwar ebenfalls die fünfte Niederlage kassierten, dafür aber 3 Tipp-Punkte mehr holten und damit noch an Winsen vorbeiziehen konnten. Verloren und doch gewonnen, ist das nicht schön ? Gewonnen und doch verloren ist im Gegensatz dazu echt kein Spass, aber die Erste Sahne war bei einer Ausgangslage von nur 5 Punkten eh nur noch ein theoretischer Klassenerhaltskandidat. So war eben nicht nur das i-Tüpfelchen echt sahnig, sondern auch der Bodensatz mit etwas Sahne verziert.
|